Blog: Beikostreife: was ist das und wie erkenne ich sie?

Ein Thema, was vielleicht nicht 100%ig etwas mit Hochstühlen zu tun hat, aber: wenn man mit Beikost in welcher Form (Brei/Fingerfood) auch immer beginnen will, braucht man auch ein geeignetes Möbelstück, um das Baby problemlos füttern zu können. Passt also doch zum Thema!

Ab wann Beikost

Laut Aufschrift der Gläschen und Breipackungen, soll man nach dem vierten Monat mit Beikost beginnen. Dieses frühe Datum hat zwei Gründe: zum einen geht man davon aus, dass viele Frauen zu diesem Zeitpunkt noch stillen, denn bis zum sechsten Monat stillen laut Lansinoh Umfrage immerhin noch 85% der Mütter. Beikosteinführung unter dem Schutz der Muttermilch ist die beste Allergieprävention (zumindest zur Zeit, da ändern sich die Meinungen ja je nach der neusten veröffentlichten Studie auch permanent...). Der zweite Grund ist ganz einfach: je eher die Eltern Brei und Gläschen kaufen, umso länger verdienen die Hersteller daran.
Statt sich an Statistiken, Empfehlungen oder den Rat der Omi (nach 3 Wochen Möhrensaft mit ins Fläschchen... äh... nein!) zu halten, kann man aber auch etwas ganz anderes machen: auf das Kind hören! 

Was ist Beikostreife? Und was sind Beikostreifezeichen?

Beikostreif ist das Kind, wenn es von sich aus signalisiert, dass es jetzt auch bitte mal das Schnitzelbrötchen von Papa probieren möchte. Kleine Babys haben noch den Zungenstoßreflex, der verhindern soll, dass Kleinteile geschluckt werden. Kommt also feste Nahrung in den Mund, wird sie reflexartig wieder herausgeschoben. Diese sind also weit enfernt davon, beikostreif zu sein. 
Als Beikostreifezeichen gelten folgende Punkte:
  • das Kind kann seinen Kopf selbst halten
  • das Kind kann (leicht gestützt) sitzen
  • der Zungenstoßreflex ist verschwunden
  • die Hand kann koordiniert zum Mund geführt werden
  • das Kind zeigt Interesse an Nahrung und beobachtet seine Familie genau beim Essen und ahmt sie nach (kaut)
  • gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht durch Krankheit oder Wachstum etc. erklären lässt
Babys mit gerade mal 4 Monaten können das alles noch nicht wirklich, man muss also nicht mit Beikost anfangen, nur weil es auf der Schachtel steht. 
Wer Baby Led Weaning machen möchte, darf dann noch gar nicht wirklich anfangen, denn das Sitzen, wenn auch gestützt, ist wichtig dafür, dass sich das Kind nicht verschluckt!

Beikostreife: was ist das und wie erkenne ich sie?

Aber mein Baby wird nicht satt nur von Milch!

OK, dann gucken wir doch mal, ob ein Brei satter macht. 
Meistens wird mit einer Gemüsesorte pur bekommen, z.B. Karotte. Als Empfehlung werden 5-6 Löffel für den Anfang genannt. 100 Gramm weiße Karotte eines bekannten Babygläschen-Herstellers haben 26kcl. In einem Gläschen sind 125g, ein paar Löffel davon sind dann wieviel? 60g? Also hat das Baby in einer Mahlzeit knapp 17kcl zu sich genommen. 
Muttermilch dagegen hat 70kcl pro 100ml (also ca 100g), also zweieinhalb mal so viel wie ein Gemüsegläschen! Milchnahrung (Pre) hat ca 67kcl, also auch deutlich mehr, als Gemüsebrei. Sättigender als Milch ist Brei also keinesfalls! Dafür ist dann aber der Magen voller, es wird weniger Milch getrunken und insgesamt werden weniger Kalorien zu sich genommen. Soll das Baby also zunehmen und man will deswegen mit Brei anfangen, geht das genau in die falsche Richtung! 

Interessant ist auch, woran man fest macht, dass das Baby nicht satt wird. Kommt es (vor allem) abends schon nach fünf Minuten wieder an und möchte gestillt werden? Das könnte am sogenannten Clusterfeeding liegen! Die Nachfrage regelt hier nämlich den Bedarf und wenn dem Kind die Milchmenge für eine Mahlzeit nicht mehr ausreicht, verlangt es öfter gestillt zu werden, was wiederum die Milchbildung anregt damit nach ein paar Tagen die Menge wieder zur Nachfrage und dem Bedarf des Kindes passt. Bei Fläschchenkindern kann man einfach noch ein zweites kleines Fläschchen hinterher schieben und macht dann die nächste Flasche einfach etwas voller. 

Mein Baby bekommt nicht alle Vitamine, nur Milch ist zu einseitig! 

Stimmt nicht!
Hier mal eine Liste, was überhaupt alles so drin ist, in der Milch. Bei Pre sind diese Stoffe zumindest zugesetzt. Das hier ist in einer rohen Möhre drin. Für Brei/Gläschen werden diese aber erhitzt und somit Vitamine zerstört, die dann ggf. wieder zugesetzt werden... Das hier ist der klägliche Rest, der drin bleibt.
Außerdem hat die Mutter Einfluss auf die Inhaltsstoffe der Milch, den je nachdem, was sie isst, sind auch Bestandteile in der Milch vorhanden. 
Weitere interessante Fakten zum Stillen gibt es hier


Wenn man also einfach mal abwartet, wann einem das Kind signalisiert, dass es jetzt beikostreif ist und dazu weiterhin nach Bedarf stillt/Fläschchen gibt, dann kann man eigentlich nichts falsch machen und muss nicht panisch den Brei abwiegen, recherchieren, wann man denn den Milchbrei mit GOB ergänzt oder ob man "Fleisch pur" Gläschen wirklich braucht.. Wer später anfängt, kann sich auch sicher sein, dass das Baby sich genau so viel nimmt, wie es braucht und dass nicht die Hälfte vom Brei wieder aus dem Mund geschoben wird. An sich empfehle ich ja immer BLW, weil wir durchweg gute Erfahrungen damit gemacht haben, aber das muss jeder selbst entscheiden und vor allem das Kind! Denn nicht alle wollen sich selbst bedienen. So wie es Breiverweigerer gibt, gibt es auch Kinder, die lieber gefüttert werden.


Zuletzt aktualisiert am 25.03.2015.

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